GRÜNER TEE BEFLÜGELT DEN KÖRPER UND DEN GEIST.




"Der Tee überflutet die Seele unmittelbar wie eine Stimme. Seine feine Bitterkeit erinnert an den Nachgeschmack eines guten Rates" (Wang-Yü-Cheng, chinesischer Dichter der Sung-Dynastie)

China ist das Land, dem wir den Tee verdanken. Sein Ursprung verliert sich dort in mythischem Dunkel am Anfang einer vieltausendjährigen Tee-Kultur.

Im Mittelpunkt der chinesischen Tee-Kunst steht Grüner Tee. Im Unterschied zu Schwarzem Tee ist diese älteste Teeart fermentativ nicht verändert. Dadurch bleibt ein Optimum der im Teeblatt wirksamen Kräfte im fertigen Tee erhalten.

Den Kern der Tee-Kunst bildete das uralte Wissen, wie man sich die geistig-seelischen Kräfte des Tees dienstbar macht. Wie man zur Harmonie mit sich selbst findet in den Belastungen des Lebens. Und wie man lernt, sich mit wachem Bewußtsein der Schönheit des Augenblicks zu erfreuen.



WIE GRÜNER TEE ENTSTEHT.



Grüner Tee stammt von den Blättern des Teestrauchs, die auch den Schwarzen Tee ergeben. Die besten Sorten werden aus den kleinen, aromatischen Blättern der China-Pflanze ('I,hea sinensis) gewonnen. Bei der Herstellung gilt es, den natürlichen Fermentationsprozeß zu verhindern, der sonst von den Enzymen in den Zellen der frisch gepflückten Blätter ausgelöst wird. (Käme es zur Fermentation, dann würde Schwarzer Tee entstehen.)

Die Teekultur hat verschiedene Methoden entwickelt, um Grünen Tee herzustellen. Sie beruhen alle darauf, durch Hitzeeinwirkung die Enzyme in den Zellstrukturen der Teeblätter abzutöten und so eine Fermentation unmöglich zu machen.

Die chinesische Methode bedient sich dazu gußeiserner Pfannen, die auf etwa 280 Grad erhitzt werden. Dieser Hitze werden die grünen Teeblätter etwa 10 Sekunden ausgesetzt (Pfannenfeuerung). Bei der japanischen Methode werden die Enzyme mit heißem Dampf inaktiviert.

Mindestens 2 Minuten müssen die grünen Teeblätter in großen Trommeln dem Dampf ausgesetzt bleiben.



DIE GESUNDHEIT UND DER GRÜNE TEE



"Medizin war der Tee zuerst. Getränk wurde er danach." (Kakuzo Okakura, japanischer Kulturphilosoph, 1862- 1913)

Nach chinesischer Überlieferung gehen vom Grünen Tee eine Vielzahl heilender, stärkender und vorbeugender Wirkungen aus.

Regelmäßiger Teegenuß regt die Blutzirkulation an, schärft die geistige Wachheit, erweitert das Bewußtsein, unterstützt die Widerstandskräfte des Körpers, beschleunigt den Stoffwechsel und die Aufnahme von Sauerstoff durch die Organe. Die Quellen sprechen auch davon, daß Grüner Tee den Urin reinigt, seine Ausscheidung und überhaupt die Verdauung fördert.

Er löscht nicht nur den Durst, sondern bekämpft Müdig keit, belebt den Geist und erzeugt ein Gefühl des Wohlbehagens.

In Japan, wo nur Grüner Tee getrunken wird, haben Wissenschaftler die meisten dieser Wirkungen durch Untersuchungen bestätigt gefunden und neue hinzugefügt:



GRÜNER TEE GEGEN KREBS



Die Mutation der Zellen, die Krebs herbeiführen kann, wird durch das im Grünen Tee enthaltene Katechin nachweislich gehemmt. Den Nachweis führte Dr.Kada vom staatlichen Genetik- Forschungszentrum, Japan.



GRÜNER TEE BREMST KARIES



Bei Schulkindern genügt eine Tasse Grüner Tee pro Tag, um die Kariesfälle zu halbieren, berichtet Prof. Onishi, Universität Tokio. Grüner Tee enthält Fluor, das bekanntlich zur Karies-Vorbeugung eingesetzt wird.



GRÜNER TEE ERHÄLT JUNG



Nach Forschungen von Prof. Okada, Universität Okayama, ist Grüner Tee 20ma1 wirksamer bei der Minderung des Alterungsprozesses, als das bisher dafür bekannte Vitamin E.



GRÜNER TEE GEGEN ARTERIOSKLEROSE



Forschungs-ergebnisse japanischer und amerikanischer Ärzte berichten davon, daß von Grünem Tee eine vorbeugende Wirkung gegen Arteriosklerose auszugehen scheint. Dafür spricht auch die Tatsache, daß Chinesen, die fast ausschließlich Grünen Tee trinken, einen niedrigeren Cholesterinspiegel haben als Europäer und Nordamerikaner.



GRÜNE TEES AUS CHINA UND JAPAN.



In China werden neben den Massentees auch wieder erlesene Grüne Tees von der feinblättrigen Art erzeugt. Vor allem bei den Spitzenqualitäten war die Herstellung immer eher handwerklich organisiert. Im Zuge der Wirtschaftsreformen können wir eine Tendenz zur Reprivatisierung und damit zur Rückbesinnung auf die alte Vielfalt und Qualität der chinesischen Teetradition beobachten.

Angebaut wird Grüner Tee in allen Provinzen Süd- und Mittelchinas. Die besten Sorten wachsen in Hochlagen zwischen 1000 und 2500 m.

Anders in Japan. Buddhistische Mönche aus China hatten vor rund 1000 Jahren die ersten Teepflanzen ins Land gebracht und den Tee in ihren Klostergärten angebaut. Aber allein schon wegen des enorm hohen Inlandbedarfs erfolgt heute die Produktion dort voll maschinell. Die besten klimatischen Bedingungen für den Tee-Anbau finden sich im Süden der Hauptinsel Hondo, sowie auf Schikoku und Kiuschu.



DER GRÜNE TEE UND SEINE VIELFALT



Eine kleine Auswahl erlesener Qualitäten

JAPAN FANCY SENCHA


Ein Tee der absoluten Spitzen-klasse, der sich durch einen Hauch bitterer Süße aus-zeichnet. Ziehzeit 3-4 Min.

JAPAN SENCHA WAZAWAZA


Ein Sencha der Extra-Klasse (Wazawaza, jap. Extra). Er wächst im Süden Japans und wird Anfang Mai geerntet. Ziehzeit 2 Min.

FORMOSA CHUN MEE


Sein etwas herbbitterer Geschmack kann nach Wunsch durch Abgießen des ersten Suds gemildert werden.

FORMOSA GUNPOWDER


Die berühmte Teespezialität mit den typischen fest gerollten, kugelförmigen Blättern. Etwas bitter, deshalb den ersten Sud abgießen.

JAPAN BANCHA


Ein großblättriger Tee aus der Sommer-pflückung mit dem typischen herb-grasigen Geschmack japanischer Grüntees. Ziehzeit 2 Min.

JAPAN KOKEICHA


Pulverisierte japanische Grüntees werden unter Zugabe von Reisstärke zu Blattstengeln gepreßt. Ziehzeit 2 Min.

JAPAN GABALONG


Eine japanische Teespezialität. Gabalong gilt in Japan als Gesundheitsgetränk. Ziehzeit 2 Min.



DIE KUNST DES AROMATISIERENS



Schon vor 2000 Jahren fügte man in China dem Tee frische Blüten von Jasmin, Rosen, Chrysamthemen zu oder benutzte entsprechende Essenzen. Heute werden feine Aromastoffe ausgewählt und mit feinem Gespür und in harmonischer Abstimmung vom Teataster sorg- fältig unter ausgewählte Tees gemischt. Hier eine kleine Auswahl:

CHINA JASMINTEE MIT BLÜTEN


Ein leichter, sanfter, grüner Tee wurde mit dem Duft der zarten Jasminblüten verfeinert und erhält so seine blumige Harmonie. JAPAN KIRSCH Japanischer grüner Sencha-Tee, großblättrig, angereichert mit Kirscharoma.

JAPAN MORGENTAU


Japanischer Sencha aromatisiert und mit Blüten angereichert. Ein Weg, um die Faszination von grünem Tee für alle Teekenner zu öffnen.

JAPAN GENMAICHA


Japanischer Sencha gemischt mit geröstetem Reis ergibt einen spezifischen, popkornartigen Geschmack.



DREI ARTEN DER ZUBEREITUNG



Sie nehmen 1-1,5 g Grünen Tee pro Tasse und lassen das kochende Wasser auf 60 bis 75 Grad abkühlen. Dann geben Sie das Wasser über die Teeblätter und lassen es darauf stehen. Nicht umrühren, sondern nach 2 bis 3 Minuten einfach vom Blatt trinken. Sie können auch noch einmal Wasser nachgießen.

Sie gießen das 60 bis 75 Grad heiße Wasser über die Teeblätter, so daß sie gerade bedeckt sind und gießen es sofort wieder ab. Danach füllen Sie die Teekanne wie gewohnt mit Wasser. Dadurch verschwinden die Bitterstoffe und Sie können einen lieblichen Grünen Tee genießen.

So lieben es die Japaner: Sie nehmen gut 2 g Grünen Tee pro Tasse, gießen ihn auf und lassen ihn nur 1 bis 11/z Minuten ziehen. Dann sofort abgießen.


* Zu Olav's-Hauptseite

* Zur Nabbefeld-Hauptseite

* Hier kann man eine e-mail an Olav Nabbefeld schicken.


Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 License.