HapKiDo - Eine koreanische Kampfkunst
Seit 5 Jahren in Goslar
"Charriot... Kyong-ye" mit diesem Kommando beginnt das HapKiDo- Training im Dojo des Judo-Karate-Club Sportschule Goslar e.V. Daraufhin verbeugen sich die HapKiDo-Schüler nach koraenischer Sitte vor ihrem Meister Dietmar Müller.
Dietmar Müller gründete vor fast 5 Jahren - im Frühjahr 1991 - in Goslar eine HapKiDo-Gruppe im Judo-Karate- Club. Seit dieser Zeit trainiert er eine Gruppe von Frauen, Männern und Jugendlichen in der Kampfkunst HapKiDo.
HapKiDo ist eine koreanische Kampfkunst, die in ihren Anfängen schon existierte bevor in China das schaolinsche Kung Fu entwickelt wurde, also schon vor mehr als 2000 Jahren. Mit der Zeit bildeten sich in Korea zwei Kampfstile heraus: das Subak, das in erster Linie aus Hebeln und Würfen bestand, und Kwonbop, das zahlreiche Schläge und Blöcke beinhaltete. Diese beiden Kampfstile verschmolzen langsam zu einem einheitlichen Ganzen. Über die Jahrhunderte wurden die koreanischen Kampfkünste von den Hwarang am Leben gehalten. Die Hwarang waren die Samurai Koreas, Abkömmlinge aristokratischer Familien, deren Erziehung schon im Kindesalter auf kriegerisch-klerikaler Grundlage begann. Ein Hwarang lernte nicht nur den Kampf mit und ohne Waffen, sondern auch Philosophie, Rethorik und andere konfuzianische Disziplinen. Es entwickelte sich das Hwarando. Die ethischen Grundlage des Hwarando waren die fünf Tugenden Treue gegenüber Regierung und Herrscher, Ehrerbietung gegenüber dem Vater, Wahrheitsliebe, Tapferkeit und Gerechtigkeit. Die Zeit der Hwarang endete im 9. Jahrhundert, doch ihre Kampfkunst wurde weiterhin in Schulen in ganz Korea gelehrt. Aus dem Hwarangdo entwickelten sich verschiedene andere Kampfkünste, aber es geriet trotzdem nicht vollständig in Vergessenheit.
Die Qualität der koreanischen Kampfkünste zeigte sich im Widerstand, den die Koreaner im 17. Jahrhundert gegen die japanischen Eroberer leisteten. Die Japaner wurden besiegt und es kam zu einer neuen Blüte der Kampfkünste. Es entwickelte sich im 20. Jahrhundert das Theakwondo, das heute viele Anhänger hat. Parallel dazu entstand aus dem Hwarando die Kampfkunst HapKiDo.
Das HapKiDo zeichnet sich durch seine vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten und seinen defensiven Charakter aus. Der HapKiDo-Schüler lernt nicht nur, sein Hände und Füße zum Schlagen und Treten einzusetzten, sondern er lernt auch, wie man verschieden Hebel und Würfe in Selbstverteidigungssituationen anwenden kann. Im Training werden alle diese Techniken gleichberechtigt nebeneinander gelehrt, dabei wird nicht nur auf die technischen Aspekte Wert gelegt, sondern es wird auch versucht dem Schüler die moralischen Seiten des HapKiDo zu vermitteln, die ihre Wurzeln im Hwarangdo finden. Der fortgeschrittene Schüler trainiert dann die erlernten Techniken in einem spielerischen Zweikampf ohne Regeln. Dieser Zweikampf dient nicht dazu Siege nach Punkten zu eringen, wie es in anderen Budo-Sportarten üblich ist, sondern es geht darum HapKiDo in einer realitätsnahen Form zu trainieren.
Das HapKiDo eignet sich nicht nur für durchtrainierte Sportler, sondern gerade auch untrainierte und alte Menschen sind in der Lage HapKiDo zu erlernen. Die HapKiDo-Techniken bestehen aus runden und spiralförmigen Bewegungen, die ohne eigene Körperkraft ausgeführt werden sollen. Es soll die Kraft des Angreifers ausgenutzt und gegen in selber gerichtet werden.
Autor: Olav Nabbefeld